In diesem Artikel präsentieren wir Ihnen das wesentliche Wissen, das Ihnen ermöglicht, für Lasersicherheit zu sorgen, diese Technologie zu beherrschen und ruhig zu schlafen, weil Sie wissen, dass Ihre Bediener sicher sind.
Schutzmaßnahmen bei der Laserarbeit
Gefahren oder unsichtbare Laserstrahlung
Der gefährlichste Aspekt bei der Arbeit mit Lasern ist die Natur des Faserlaserstrahls selbst. Er arbeitet im nahen Infrarotbereich (etwa 1060 nm), außerhalb des sichtbaren Lichtspektrums, was bedeutet, dass er für das menschliche Auge unsichtbar ist. Im Gegensatz zu Geräten mit niedriger Leistung, wie Laser, die sichtbare Strahlung aussenden (z.B. Pointer), bei denen direktes Hineinschauen in den Strahl instinktive Abwehrreaktionen auslöst (Blinzeln, Abwenden des Kopfes), fehlt dieser Mechanismus hier.
Es sollte beachtet werden, dass nicht nur der direkte Strahl gefährlich ist. Bei Lasern der Klasse 4 ist sowohl die von glänzenden Elementen reflektierte Strahlung als auch die, die gefährliche diffuse Reflexionen von matten Oberflächen erzeugt, potenziell gefährlich. Ähnliche Risiken gelten für Augen und Haut. Direkter Kontakt mit dem Strahl kann Hautschäden in Form von tiefen thermischen Verbrennungen verursachen.
Im professionellen Sicherheitsansatz gilt das TOP-Prinzip (Technisch – Organisatorisch – Persönlich). Dies ist eine Hierarchie, die klar besagt: zuerst technische Schutzmaßnahmen, die in die Maschine eingebaut sind, dann organisatorische Verfahren im Unternehmen und erst ganz am Ende persönliche Schutzausrüstung.
Individueller Schutz - wie man Augen- und Hautschutz gegen Laserstrahlung auswählt
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Schutzbrillen: In diesem Fall ist der richtige Augenschutz entscheidend. Zertifizierte Schutzbrillen (gemäß PN-EN 207) müssen genau für die Leistung und Spezifik der Laserstrahlung, mit der Sie arbeiten, ausgewählt werden, also für den spezifischen Wellenlängenbereich. Die LB-Kennzeichnung auf dem Rahmen gibt das Schutzniveau an. Je höher die Zahl, desto besser. Normale Sonnenbrillen oder Schweißerbrillen bieten keinen Schutz gegen Faserlaserstrahlung.
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Schutzkleidung: Kleidung aus flammhemmenden Materialien, vorzugsweise in matten Farben, die den gesamten Körper bedeckt. Fügen Sie Lederhandschuhe und eine Schürze für manuelles Schweißen hinzu. Uhren, Schmuck und andere reflektierende Gegenstände müssen aus dem Arbeitsbereich verschwinden.
Dies ist besonders wichtig, wenn präzises Laserschweißen ins Spiel kommt, bei dem der Bediener in unmittelbarer Nähe zur Strahlungsquelle arbeitet.
Kollektiver Schutz

Der beste Schutz ist einer, der unabhängig vom Menschen funktioniert. Das ist das "T" im TOP-Prinzip.
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Gehäuse und Vorhänge: Der sicherste Laser ist ein geschlossener Laser. Eine vollständige Umhüllung mit Filterfenstern (gemäß PN-EN 12254) verwandelt eine Maschine der Klasse 4 in ein sicheres Gerät der Klasse 1. Wenn das Arbeiten in einem Gehäuse nicht möglich ist, muss der Bereich mit speziellen Laservorhängen oder Bildschirmen abgetrennt werden, die versehentliche Laserstrahlen absorbieren.
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Maschinensicherheitssysteme: Jeder professionelle Laser der Klasse 4 muss eine Reihe von technischen Schutzmaßnahmen haben: Schlüsselschalter, Türverriegelungen (sogenannte Interlocks, die den Laser sofort abschalten, wenn die Abdeckung geöffnet wird) und Licht- und Tonsignalisierung. Diese Systeme müssen zuverlässig sein, gemäß der Norm ISO 13849-1 konzipiert, oft auf Sicherheitsniveau PL=d oder PL=e.
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Intelligente Schutzvorrichtungen: Moderne Maschinen verfügen über aktive Systeme, die schneller reagieren als Menschen. Kollisionssensoren stoppen die Maschine, bevor der Kopf auf das Material trifft. Systeme überwachen Temperatur und Optikzustand und informieren im Voraus über Verschleiß. Einige Controller können sogar automatisch Schneidparameter auswählen und so das Risiko von Bedienfehlern minimieren.
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Belüftung und Staubentfernung: Ein effektives Absaug- und Filtersystem ist obligatorisch. Die Absaugung sollte Dämpfe direkt aus der Arbeitskammer entfernen. Moderne Maschinen haben integrierte Patronenfilter, die regelmäßig gewartet werden müssen.
Verfahren und Arbeitsorganisation
Das ist das "O" im TOP-Prinzip – Ihr Beitrag zur Sicherheit.
Beurteilung des Berufsrisikos
Bevor der erste Mitarbeiter den Laser berührt, müssen Sie eine vollständige Beurteilung des Berufsrisikos schriftlich vorliegen haben. Sie müssen alle möglichen Szenarien analysieren – vom Risiko der direkten Strahlungsexposition bis hin zu Bränden und die potenzielle Exposition mit Schwellenwerten vergleichen, was die maximal zulässige Exposition (MPE) ist.
Schulung und Aufsicht
In Polen gibt es keine formalen, staatlichen Qualifikationen für den Betrieb von Laserschweißgeräten oder -schneidern. Die Bedienerschulung dauert oft einen Tag, und die Grundlagen des Schweißens können in 15 Minuten erfasst werden. Genau deshalb ist die Qualität der vom Maschinenlieferanten bereitgestellten Schulung und der internen Aufsicht so enorm wichtig.
Obwohl die Bedienung moderner Geräte intuitiv ist, lohnt es sich, tiefer in das Thema einzusteigen, um ihr Potenzial voll auszuschöpfen.
>> Lesen Sie: Vollständiger Leitfaden zum Laserschweißen – alles, was Sie wissen müssen
Das Unternehmen sollte einen Laserschutzbeauftragten (LSO) benennen. Dies kann keine zufällige Person sein. Zu den Anforderungen gehören in der Regel eine technische Ausbildung, mindestens 2 Jahre Erfahrung mit Lasern und eine abgeschlossene Fachausbildung mit Prüfung, die alle 5 Jahre erneuert wird. Zu ihren Aufgaben gehören die Durchführung von Schulungen (mindestens einmal im Jahr), bei denen die Mitarbeiter über potenzielle Gefahren und sichere Arbeitsprinzipien informiert werden, die Auswahl von Schutzausrüstung und die Überprüfung der Sicherheit.
Arbeitsplatzorganisation

Ein Laserarbeitsplatz muss ein klar gekennzeichneter und markierter Gefahrenbereich sein. Nur autorisierte und geschulte Personen, die mit entsprechender Schutzausrüstung ausgestattet sind, dürfen Zugang dazu haben. Die Regel ist einfach – keine Autorisierung und Brille, kein Zutritt. Alle reflektierenden Oberflächen und unnötigen Gegenstände müssen aus der Umgebung entfernt werden, und die Beobachtung des Arbeitsplatzes durch optische Instrumente ohne entsprechende Filter ist absolut verboten.
Wartung und Inspektionen
Regelmäßige technische Inspektionen sind obligatorisch. Professionelle Lieferanten verlangen Garantieinspektionen alle paar Monate. Dies beinhaltet den Austausch von Teilen und die Überprüfung des Sicherheitssystems. Der moderne Ansatz umfasst auch Ferndiagnose. Ein guter Service kann bis zu 85% der Fehler online diagnostizieren und lösen, ohne dass ein Besuch vor Ort erforderlich ist.
Vorschriften und Normen bei der Laserarbeit
Gesetzliche Vorschriften in Polen
Die Grundlage ist die Richtlinie 2006/25/EG, die durch die Verordnung des Ministers für Arbeit und Sozialpolitik vom 27. Mai 2010 (mit späteren Änderungen) in polnisches Recht umgesetzt wurde. Sie legt dem Arbeitgeber bestimmte Verpflichtungen auf:
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Durchführung einer Risikobewertung,
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Umsetzung von Maßnahmen zur Risikominimierung,
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Bereitstellung persönlicher Schutzausrüstung,
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Schulung und Information der Mitarbeiter,
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Führen von Dokumentationen. Die Aufsicht über all dies übt die Staatliche Arbeitsinspektion aus.
ISO- und EN-Normen
Dies ist Ihre technische Roadmap. Sie stellen sicher, dass Ausrüstung und Verfahren globalen Sicherheitsstandards entsprechen. Die wichtigsten sind:
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PN-EN 60825-1: Die Bibel der Lasersicherheit. Diese Norm definiert die Grundsätze, nach denen die Geräteklassifizierung durchgeführt wird (von Klasse 1 bis 4) und legt grundlegende Sicherheitsanforderungen für alle Lasergeräte fest.
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PN-EN 207: Alles über Schutzbrillen – wie sie getestet und gekennzeichnet werden müssen.
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PN-EN 12254: Anforderungen an Schutzschirme und Vorhänge.
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PN-EN ISO 11553-1: Norm für die Sicherheit von Laserwerkzeugmaschinen.
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PN-EN ISO 13849-1: Betrifft die Gestaltung zuverlässiger Sicherheitssteuerungssysteme (z.B. Verriegelungen).
Praktische Empfehlungen für Unternehmen, die Laser verwenden
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Denken Sie vor dem Kauf einer Maschine an die Sicherheit. Stellen Sie sicher, dass das Gerät ein Gehäuse der Klasse 1 hat oder der Hersteller ein komplettes Sicherheitspaket für Klasse 4 bereitstellt. Fordern Sie Zertifikate (PN-EN 60825, ISO 11553) und technische Dokumentation mit klaren Sicherheitshinweisen an.
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Lassen Sie sich nicht von scheinbaren Einsparungen verleiten. Ein billiger Laser aus Asien ohne gültige Zertifikate, lokalen Service und Ersatzteillager ist ein direkter Weg ins Desaster. Produktionsausfallzeiten und rechtliche Probleme nach einem möglichen Unfall werden viel mehr kosten als der Kaufpreisunterschied.
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Engagieren Sie einen Spezialisten. Konsultieren Sie einen Lasersicherheitsexperten oder schicken Sie Ihren Mitarbeiter zur Schulung, um der Laserinspektor des Unternehmens zu werden. Das ist eine Investition, keine Kosten.
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Bringen Sie den Menschen bei, zu denken, nicht zu klicken. Bediener müssen das "Warum" verstehen – warum sie Brillen tragen, warum sie Schutzvorrichtungen nicht umgehen dürfen. Üben Sie Notfallszenarien.
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Markieren Sie den Bereich wie ein Minenfeld. Deutliche Warnschilder, Lichtsignalisierung über dem Eingang (rot – Laser in Betrieb, nicht eintreten), physische Barrieren. Keine Mehrdeutigkeiten.
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Verwalten Sie Brillen. Stellen Sie eine angemessene Anzahl zertifizierter Brillen bereit. Führen Sie Aufzeichnungen über sie, überprüfen Sie regelmäßig ihren Zustand und ersetzen Sie beschädigte unbedingt.
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Halten Sie Sauberkeit und Ordnung. Effiziente Belüftung ist die Grundlage. Entfernen Sie regelmäßig Metallstaub von der Maschine und ihrer Umgebung. Lassen Sie keine unnötigen Gegenstände im Arbeitsbereich.
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Dokumentieren Sie alles. Führen Sie Aufzeichnungen über Schulungen, Inspektionen, Vorfälle und Messungen und dokumentieren Sie, dass der Laserbetrieb in Ihrer Einrichtung mit angemessenen Schutzmaßnahmen erfolgt. Im Falle einer Kontrolle durch die Arbeitsinspektion haben Sie den Beweis, dass Sie das Thema ernst nehmen. Und noch wichtiger, Sie werden wissen, wo die Schwachstellen sind.
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Bleiben Sie auf dem Laufenden. Die Technologie eilt vorwärts. Neue Gefahren (z.B. bei handgeführten Laserschweißgeräten) und neue Lösungen tauchen auf. Verfolgen Sie CIOP-PIB-Publikationen und Standardaktualisierungen.
Zusammenfassung
Die Sorge für die Sicherheit bei der Laserarbeit ist das Fundament, auf dem Sie eine effiziente und stabile Produktion aufbauen. Die Implementierung eines umfassenden Sicherheitssystems basierend auf der TOP-Hierarchie – von einer zertifizierten Maschine mit intelligenten Schutzvorrichtungen über solide Verfahren bis hin zu bewussten Bedienern – ist ein Zeichen von Professionalität und die beste Versicherungspolice für Ihr Unternehmen.
Die Gewährleistung der Sicherheit beginnt mit der Wahl der richtigen, zertifizierten Maschine. Möchten Sie erfahren, wie Lasertechnologie sicher und effizient für Ihr Unternehmen arbeiten kann? Vereinbaren Sie eine kostenlose, unverbindliche Beratung mit unserem Experten.